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Genealogie Selmayr

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EIN  SANDKORN  IM  STURM

                                                                               –  Aufzeichnungen eines Soldaten –  

1905   -   1945

von

Josef  Selmayr

herausgeben von Gerhard Selmayr

                                                                                                                                        
1. Auflage 2016, BoD – Books on Demand, Norderstedt, ISBN  9783741209994

 

Der Autor war Berufsoffizier in Reichwehr, Wehrmacht und Bundeswehr. Seine Aufzeichnungen über die ersten 40 Jahren seines Lebens reichen vom Wilhelminischen Kaiserreich über den I. Weltkrieg und die Weimarer Republik bis zum Dritten Reich und der Katastrophe des II. Weltkriegs. Das Buch ist ein Zeitzeugnis mit unterschiedlichen  Aspekten. Historisch haben wir ein Lesebuch gelebter deutscher Geschichte aus schwierigster Zeit vor uns. Soziologisch skizziert der Autor am Beispiel der eigenen Eltern und Grosseltern die Gesellschaft des vergangenen 19. Jahrhun- derts und ihren Untergang in Krieg und Inflation. Seine gymnasiale Schul- und soldatische Ausbildung in den zwanziger und dreissiger Jahren des 20.Jahrhunderts werden kritisch beleuchtet, ebenso die Haltung der Reichwehr im damaligen politischen Zeitgeschehen. Wenn der Autor auf Zitate seiner damaligen Tagebuchaufzeichnungen verweist, macht er deutlich, auch wenn er gelegentlich aus der Rückschau argumentiert, dass der Weg des Dritten Reichs in einen Krieg zwangsläufig und frühzeitig erkennbar war. Bereits im März 1938 wurde ihm bewusst, in die Vorbereitung des II. Weltkriegs eingebunden zu sein. Seinen Einsatz in Frankreich, Russland und auf dem Balkan schildert er ausschnittweise und anekdotenhaft, wobei nicht die Kriegs- oder Divisionsgeschichte, sondern der Mensch im Mittelpunkt steht

Der Autor hatte seine Aufzeichnungen für seine Nachkommen, nicht für eine Veröffentlichung bestimmt. Der Herausgeber hat sich nicht daran gehalten. Was der Autor aus seinem Leben erzählt, ist zwar für seine Generation weder einmalig noch einzigartig, dokumentiert jedoch die Erinnerungen eines Zeitzeugen der Jahre 1905 bis 1945 so offen und ungeschminkt, dass es dem Herausgeber richtig erschien, die Aufzeichnungen in Buchform für die Nachwelt zu erhalten.

Der Autor wollte nach eigenem Bekenntnis keine Memoiren schreiben, sondern an­hand seiner Erinnerung all´ das längst Vergangene und Seltsame auf­zeigen, das ihm begegnet ist  und seinen Lebenslauf bestimmt hat. Auch Persönliches ist dabei festgehalten: der vom Verfasser erwählte Soldatenberuf konnte seine Erwartungen nicht erfüllen. Die in dieser Konfliktsituation festgehaltenen Gedanken lassen für den Leser nicht nur den Strom der Zeitgeschichte sichtbar werden, sondern auch die Gründe für das Verhalten eines derjenigen, die von diesem Strom mitgerissen wurden. 

Es ist gelebte deutsche Geschichte, was uns der Autor mit seinen Aufzeichnungen hinterlassen hat, ein Zwitterding zwischen einer autobiographischen und einer histo­risch-soziologischen Skizze. Es lässt sich auch als eine kritische Nachlese werten, die ein Streiflicht auf die Situation der jungen Menschen wirft, die zwischen dem Ende des Wilhelminischen und dem Untergang des Hitler-Reichs aufwuchsen, durch Tradition und Zeitgeschehen geformt und geführt, oft auch verformt und verführt wurden, Instrument des II. Weltkriegs waren und in vielen Fällen diesem, dem politischen Regime der Hitlerzeit oder der Justiz der Sieger zum Opfer fielen. Der Autor gehört zu den Glücklichen, die überlebten. Er erzählt, was er als kritischer Zeitzeuge bis zu seinem 40.Geburtstag erlebte, den er 1945 als Kriegsgefangener in einem Lager in Attichy bei Reims auf einer Schütte Stroh beging.

Beim Redigieren des Textes sind einige vom Autor gewählte Kapitelüberschriften, die zu persönlich oder zu wenig aussagekräftig erschienen, ersetzt worden. Im Übrigen wurden die Namen der Personen, die dem Autor auf seinem Lebensweg begegnet und in der Originalniederschrift akribisch festgehalten sind, gelöscht oder verändert, soweit es sich nicht um die eigene Familie, engste Freunde oder Gestalten der Zeitgeschichte handelt, die auch in Lexika oder im Internet genannt werden. Die erläuternden Anmerkungen des Herausgebers sind für den mit den Ereignissen des behandelten Zeitraums nicht vertrauten Leser gedacht.

 

 

 

 DIE  GROSSE  PAUSE   

1945 – 1950 Deutsche Soldaten in Titos Gewalt

von Josef Selmayr,

herausgeben von Gerhard Selmayr

1. Auflage 2014, BoD – Books on Demand, Norderstedt, ISBN 978-3-7386-0004-9

 

Mit Aufzeichnung seiner Erlebnisse in jugoslawischen Kerkern und Gefängnissen, in denen der Autor als gefangener deutscher Offizier nach dem  2. Weltkrieg über Jahre dahinvegetierte, hat  er keinen Tendenzroman schreiben wollen -  etwa als Antwort auf die bis heute geübten Verunglimpfungen der deutschen Soldaten. Er berichtet ohne Übertreibung und Beschönigung über die damalige jugoslawische Justiz, deren Verfahren gegen deutsche Soldaten und die Verhältnisse in der Strafanstalt Mitrowi­tza. Das menschenverachtende Kalkül einer Staatsführung, die die Kriegsgefan­ge­nen als  innen-, aussen- und wirtschaftpolitische Objekte nutzte, ist für den Autor der Schlüssel der Geschehnisse.

Es lag ihm fern, mit seinen Aufzeichnungen die Völker auf dem Balkan ins mensch­liche Abseits zu stellen. Es sind für ihn Nationen mit Stärken und Schwächen wie jede andere. Was 1945 bis 1950 in Belgrad, Werschetz, Mitrowitza und sonstigen jugoslawischen Gefängnissen und Lagern geschah, ist millionenfach auch anderswo geschehen und geschieht weiterhin.

Der Autor schildert Einzelheiten aus den Belgrader Schauprozessen, in denen für angebliche  Kriegsverbrechen die Mehrzahl der Angeklagten zum Tode verurteilt wurde. Die letzten Stunden der Todgeweihten waren durch grenzenlose Verlassenheit verdunkelt; sie hatten nicht einmal die Hoffnung, daß, wann und wie ihr Andenken von den dunklen Schatten einer Schuld befreit werden würde. Der Autor lässt erkennen, dass es zwar Schuldige gab, aber die Hinrichtungen in aller Regel Justizmorde waren.

Viel wichtiger jedoch als jede politische, moralische und juristische Problematik ist dem Autor der Mensch in seiner Menschlichkeit. Dieser Mensch ist der rechtlose, einer staatlich ange­ordneten Justizwillkür hilflos ausgesetzte Gefangene. Der Gefangene ist nackt wie kein anderer. Er wie kein anderer hat Zeit, diese Nacktheit zu be­trachten, seine Leidensgenossen und sich selbst im Spiegel seiner Genossen.

Beim Durchleuchten der Menschen, die dem Autor in den Kerkern in Belgrad sowie in der Strafanstalt Mitrowitza begegneten, zwingt ihn die Hoffnungslosigkeit der Situ­ation gelegentlich dazu, aufkeimenden Pathos durch Humor zu ersetzen. Auch auf Zensuren wie Gut und Schlecht, Klug und Töricht, Edel und Gemein verzichtet er nicht; sie haben aber kein Gewicht angesichts des Menschen in seiner tiefsten Not.

Die Namen der Personen in diesem Buch sind Aliasnamen, ausgenommen diejeni­gen, die auch die Kriegsgeschichte, ein Lexikon oder das Internet verzeichnet.  

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